c'est la vie

Dunkelheit

Ist euch schon einmal aufgefallen, dass es kaum noch richtig dunkel wird? Hab ich so bemerkt. Schon klar, draußen ist es dunkel, ja. Aber immer sieht man irgendwo noch ein Licht... Totale Finsternis hab ich glaube ich noch nie erlebt. Schade.

Sonna am 29.12.07 22:14, kommentieren

Stimmungswechsel

Wie kommt es nur, dass ich in den Tagen vor Weihnachten immer viel weihnachtlicher gesinnt bin, als Weihnachten selbst?

Wir haben sogar Schnee. Heute Nacht hat sich heimlich, still und leise eine weiße Decke über die Welt gelegt. Pünktlich, wie bestellt. Dabei war ich mit meinen Raureif-Weihnachten ganz zufrieden. Eigentlich schade, dass der Reif nun weg ist. Der hat sich so schön angehört, wenn man an einen Ast gekommen ist. Wie tausend winzige Glöckchen...

Im Haus riecht es langsam nach Sauerkraut. Sauerkraut, gibt's das auch wo anders? Bei uns ist das das traditionelle Weihnachtsessen. Würstchen und Sauerkraut.
Mir ist gar nicht nach Würstchen und Sauerkraut.

Nach Tannennadeln riecht es übrigens nicht. Wie schon die letzten Jahre. Wir haben nämlich keinen Tannenbaum. Vielleicht auch besser so. Immer dieser Stress, diese Streitereien, wer ihn aufstellen muss und wo und wie und überhaupt. Wobei das kaum einen Unterschied macht.
Die Streitereien gibt es auch so.
Dabei ist es nicht so, als würden wir uns nicht bemühen. Aber einer bemüht sich eben nicht. Wie jedes Jahr. Einer bemüht sich nie. Und dann... ja, dann... aber das ist vielleicht nicht wichtig. Ohne die üblichen Tränen geht es wohl nicht. Nur, dass sie auf Mamas Gesicht sind, diese ungebetenen Dinger, das geht mir doch etwas gegen den Strich.
Und dann erinnere ich mich an diesen einen Ausspruch. So unbedacht. So dumm. Als ob es egal wäre, an was jemand stirbt, wenn er eben doch stirbt... Blanker Unsinn. Wenn man ein Risiko ausschließen kann, muss das andere doch nicht zwangsläufig eintreten!
Aber das hat mit Weihnachten nichts zu tun.

Wir waren bei Sauerkraut. Ja, erst Sauerkraut. Bescherung. Was für ein Wort. Bescherung... Da haben wir die Bescherung. Ist das nicht eher negativ? Dann Oma. Der Kalender mit dem gemeinen Bild. Dann Christmette. Stark dezimiert. Der eine hat keine Gründe, die anderen sind verständlich, meine interessieren nicht. Außerdem bin ich zu nett. Christmette also. Und danach, ja... danach ist es vorbei. Endlich?
Nicht unbedingt. Es gibt doch trotzdem ein paar Momente, die wirklich schön sind. Ein liebes Wort, eine nette Geste, ein Brief... Ja, der Brief... Vielleicht werde ich morgen telefonieren.

Das ist es. Diese Stimmung. Eigentlich sind es eher Stimmungspunkte, die nebeneinander stehen, vereinzelt ineinander fließen, miteinander verschmelzen, sich auflösen und plötzlich wieder da sind. Als ob jede Erkenntnis, das Neue unterbrochen, sich aus vergangener Zeit, wieder aufgetaut, wieder ins Gesichtfeld unserer Wahrnehmung rückt. 

Morgiana am 24.12.07 17:35, kommentieren

Elefantenhinterteile

Unzählige Tage voller nervenaufreibender, kopfschmerzbereitender, unterrichtsausfallender Chorproben waren also doch nicht völlig für die Katz.
Tatsächlich war das Weihnachtskonzert sogar ganz lustig, es gab für uns keine Totalblamage und die Kleinen von der 5. haben die paar Pannen mit viel Charme und Niedlichkeit überspielt. Dass der Elefant sein Hinterteil verloren hat, war wahrscheinlich der Brüller des Abends und die Combo war - wie immer - einfach grandios.
Meine Eltern wollen den Schlagzeuger wohl am liebsten adoptieren, so haben sie von ihm geschwärmt und... nebenbei gesagt... der hat seine Groupies nicht umsonst. Wuh, das Solo war genial und wenn er dabei noch so ne Ausstrahlung hat... :D

Als das Konzert zu Ende war, hat es übrigens endlich wieder angefangen zu schneien. Endlich! Endlich!! Die matschig-grünbraune Welt da draußen hat mich schon lange deprimiert. Jetzt muss der Schnee nur so lange durchhalten, bis sich der Schulstress wieder gelegt hat. Eine Woche noch. Und... mehr, mehr, mehr Schnee! Und dann Weihnachten und zwei wundervoll stressfreie Wochen.

1 Kommentar Morgiana am 15.12.07 10:43, kommentieren

Wie die Ölsardinen

Dieses Jahr fahre ich wirklich selten mit dem Mittagsbus, da ich ohnehin fast jeden Tag erst gegen Abend Unterrichtsende hab und wenn ich mitfahre, ist es ganz normal, dass ich die ersten zehn Kilometer stehen muss.
Ich habe schlichtweg keine Lust, mich ins Gedränge zu werfen und mir meinen Weg in den Bus mit brachialer Gewalt zu erstürmen und halte mich deshalb immer im Hintergrund, um als eine der letzten hineinzugehen.
So auch heute. Nun ist unser Bus ja immer ziemlich voll, aber so etwas wie diesen Mittag habe ich in meiner gesamten Schullaufbahn noch nicht erlebt und die hält nun doch schon einige Jahre an...
Der ganze Wagen war propevoll, alle Sitze waren besetzt und die Leute standen bis zur vorderen Tür, wo - nebenbei bemerkt - unter keinen Umständen jemand stehen darf, und es standen noch ca 15 Schüler am Bahnhof, die alle hineinwollten. Wir standen da eine halbe Stunde, der Fahrer sah seelenruhig zu, wie die Schüler in der kleinen sitzfreien Zone am hinteren Eingang an den Scheiben klebten und sich die Leute in den Sitzen stapelten. Und draußen vor der Tür waren wir immer noch zu fünft.
Die Jungs neben mir hatten mich mittlerweile zu ner Halben in einer nahen Kneipe eingeladen, weil sie keine Chance mehr sahen, jemals in den Bus zu kommen. Wir sind aber natürlich doch geblieben und waren weitere zehn Minuten später tatsächlich drin.
Fragt nicht, wie das funktioniert hat, ich habe keine Ahnung. Wir waren dermaßen eingepfercht, dass wir nicht mal mehr die Möglichkeit hatten, unsere Arme zu bewegen. Ich hab eine Weile verzweifelt versucht, meinen Ordner festzuhalten, als mir die Hand dann eingeschlafen ist, hab ich ihn einfach losgelassen und er hat sich keinen Zentimeter bewegt.
Der Fahrer hat sich kaum noch getraut, die Türen aufzumachen und als er es dann doch getan hat, sind die Hälfte der Schüler reihenweise aus dem Bus gepurzelt, weil die Anlehnungsmöglichkeit Türe einfach weg war und wenn eine Perso hinausgefallen war, hat das einen wahren Dominoeffekt nach sich gezogen. Immerhin war diese Person die Anlehnungsmöglichkeit für drei weitere Personen, die ebenfalls der Halt für jeweils drei Leute waren und so weiter und so fort.

Ich muss schon sagen, sowas verbindet irgendwie ganz ungemein und ich kann nicht behaupten, dass die ganze Sache nicht irgendwo lustig war (auf eine schmerzhafte Weise), aber trotzdem... ich steh nicht so auf zu engen Körperkontakt mit fremden Leuten und ich will gar nicht wissen, wer heute seine Hände überall hatte, wo sie vielleicht nicht hätten sein sollen... *hust*
Jedenfalls war das eine Erfahrung... die ich nicht unbedingt wiederholen muss. x)
Nächstes Mal bleib ich dann lieber freiwillig in der Stadt und fahre dann erst später heim.

Morgiana am 16.11.07 20:18, kommentieren

etc.pp

Es ist dunkel. Es ist kalt. Und es regnet. In der Stadt regnet es immer.
Ich stehe an der Bushaltestelle, den Kopf gegen die Plexiglasscheibe gelehnt. Teilnahmslos. Von oben tropft mir Wasser in den Jackenkragen. Draußen fahren Autos vorbei. Verschwommene Schemen im Scheinwerferlicht. Ein paar Menschen überqueren die Straße, gehen an mir vorüber. Jemand sieht mich an, lächelt. Ich weiß nicht warum, lächle zurück. Das Gesicht habe ich im selben Moment wieder vergessen. Ich klebe es zu den anderen, eine Galerie ovaler Rahmen.

Im Bus herrscht dreckiggrünes Funzellicht, in meinem Kopf rotieren Formeln und Zahlen. Ich mag sie nicht.
Ich sehe aus dem Fenster, manchmal erkennt man einzelne Häuser. Die Welt sieht nicht schön aus. Sie sieht dreckig aus. Dreckig, unordentlich und nass. Ich mache die Augen zu, bin müde. War ein langer Tag. Der Bus hält, die Türe geht auf und ein Geruch weckt mich aus meiner Teilnahmslosigkeit. Schnee. Es hat geschneit. Und irgendwie riecht es nach Weihnachten.

1 Kommentar Morgiana am 14.11.07 20:08, kommentieren

Vorsicht, bissig!

Jaah, die Kleine sieht vielleicht ganz niedlich aus, aber ich würde niemanden raten, sie in sein Zimmer zu lassen, sonst ist innerhalb kürzester Zeit nichts mehr da, wo es vorher war. Mein neuer Ordner sieht aus, als wäre er von einer Horde Mäuse angefallen worden und ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich meinen Papierkorb wieder aufräumen musste...
Außerdem hat sie messerscharfe Zähne, die sie nur zu gern in alle Waden, Hände und Zehen haut, die sie erreichen kann.

Schlafend ist sie eindeutig am erträglichsten, auch wenn ihre Schlafpositionen zum Teil etwas... merkwürdig sind... Ist das im Ernst bequem?

[Man beachte den "Tiischa" (<-- Ein Käfig voller Helden, Tiger), den sie in einem todesmutigen Kampf zur Strecke gebracht hat.]

Gestern war ein flügellahmer Falke in unserem Garten... Das arme Tier hat ganz jämmerlich geschrieen, ich hab erst gedacht, das wär ne durchgeknallte Spottdrossel...
Bevor wir uns entschieen haben, ob wir den Vogel nicht doch einfangen und zum Tierarzt oder Jäger bringen, ist er wohl weggehüpft. Zumindest war er nicht mehr zu orten, obwohl wir ihn noch schreien gehört haben...

Morgiana am 12.9.07 16:08, kommentieren

Morgiana ist...

  • offiziell für gesund erklärt worden
  • gar kein bisschen feige
  • gar kein bisschen süchtig
  • genervt
  • peinlich berührt
  • verwirrt
  • dauerschlecht
    • zwecks zu viel Salat [ja, das geht auch]
    • zwecks zu viel Käse
    • zwecks zu viel Vollkornbrot
    • zwecks zu viel Schokoalde
    • zwecks zu viel Durcheinander
    • zwecks zu viel Schlaf
    • zwecks zu viel Hund
    • zwecks zu viel besorgte Schwester [die fest entschlossen ist, mir jedes Gramm wieder anzufüttern, das ich in meinem ganzen Leben verloren habe]

Morgiana am 6.9.07 19:31, kommentieren