Entscheidungen

"Meinst du nicht, es ist langsam Zeit?"

Doch. Natürlich meine ich das. Irgendwie. Es ist Zeit. Und ich weiß es. Aber es aussprechen?
Es hängt alles davon ab. Von diesem einen Wort. Ein Wort, das über Leben und Sterben bestimmt. Tatsächlich, das tut es. Es mag dramatisch klingen, aber es ist nun einmal so. Auch wenn ich mir wünsche, dass es anders sein könnte. Dass ich nicht die Verantwortung darüber habe. Wie soll ich entscheiden, was unentscheidbar ist? Ich soll die "Macht" über Leben und Tod besitzen? Ist das nicht absurd?
Ein Wort nur. Nur eines. "Nein" und alles läuft weiter, wie bisher. Aber ist das das Richtige? Tu ich damit irgendjemanden einen Gefallen? Vielleicht ist es besser, wenn ich... aber dann... und dann... Noch nicht. Noch nicht jetzt. Aber das sage ich schon seit Jahren. Die Entscheidung... immer wieder hinausgeschoben.
Vielleicht war das schon falsch. Oder nicht? Es waren gute Jahre. Erstaunlich gut. Meine Güte, manchmal hat er sich benommen, als wäre er keinen Tag älter als drei! Aber es gab auch Schattenseiten. Natürlich. Die gibt es immer. Vielleicht ist es auch jetzt nur eine Schattenseite?
Vielleicht wird es wieder besser.
Vielleicht quäle ich ihn nur unnötig.
Vielleicht.

Das sind viel zu viele "vielleicht"s. Viel zu viele.
Es wird weh tun. Wenn ich vernünftig wäre, würde ich... Aber ich war noch nie sonderlich vernünftig. Bin ich grausam?
Andererseits... wäre es nicht grausam, ihn einfach so... ich kann doch nicht... oder muss ich? Muss ich? Sollte ich?
Ich will nicht. Oder will ich? Es ist schon lange nicht mehr so, wie früher. Und dafür würde ich sie... Sogar ziemlich sicher, weil meine Schwester... und dann... aber ich trau mich nicht mal, diese Gedanken zu Ende zu denken, weil es zwangsläufig eine Entscheidung beinhaltet, die ich zu treffen nicht bereit bin.
Verdammter Mist.

Morgiana am 27.12.07 14:20

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