Wie die Ölsardinen

Dieses Jahr fahre ich wirklich selten mit dem Mittagsbus, da ich ohnehin fast jeden Tag erst gegen Abend Unterrichtsende hab und wenn ich mitfahre, ist es ganz normal, dass ich die ersten zehn Kilometer stehen muss.
Ich habe schlichtweg keine Lust, mich ins Gedränge zu werfen und mir meinen Weg in den Bus mit brachialer Gewalt zu erstürmen und halte mich deshalb immer im Hintergrund, um als eine der letzten hineinzugehen.
So auch heute. Nun ist unser Bus ja immer ziemlich voll, aber so etwas wie diesen Mittag habe ich in meiner gesamten Schullaufbahn noch nicht erlebt und die hält nun doch schon einige Jahre an...
Der ganze Wagen war propevoll, alle Sitze waren besetzt und die Leute standen bis zur vorderen Tür, wo - nebenbei bemerkt - unter keinen Umständen jemand stehen darf, und es standen noch ca 15 Schüler am Bahnhof, die alle hineinwollten. Wir standen da eine halbe Stunde, der Fahrer sah seelenruhig zu, wie die Schüler in der kleinen sitzfreien Zone am hinteren Eingang an den Scheiben klebten und sich die Leute in den Sitzen stapelten. Und draußen vor der Tür waren wir immer noch zu fünft.
Die Jungs neben mir hatten mich mittlerweile zu ner Halben in einer nahen Kneipe eingeladen, weil sie keine Chance mehr sahen, jemals in den Bus zu kommen. Wir sind aber natürlich doch geblieben und waren weitere zehn Minuten später tatsächlich drin.
Fragt nicht, wie das funktioniert hat, ich habe keine Ahnung. Wir waren dermaßen eingepfercht, dass wir nicht mal mehr die Möglichkeit hatten, unsere Arme zu bewegen. Ich hab eine Weile verzweifelt versucht, meinen Ordner festzuhalten, als mir die Hand dann eingeschlafen ist, hab ich ihn einfach losgelassen und er hat sich keinen Zentimeter bewegt.
Der Fahrer hat sich kaum noch getraut, die Türen aufzumachen und als er es dann doch getan hat, sind die Hälfte der Schüler reihenweise aus dem Bus gepurzelt, weil die Anlehnungsmöglichkeit Türe einfach weg war und wenn eine Perso hinausgefallen war, hat das einen wahren Dominoeffekt nach sich gezogen. Immerhin war diese Person die Anlehnungsmöglichkeit für drei weitere Personen, die ebenfalls der Halt für jeweils drei Leute waren und so weiter und so fort.

Ich muss schon sagen, sowas verbindet irgendwie ganz ungemein und ich kann nicht behaupten, dass die ganze Sache nicht irgendwo lustig war (auf eine schmerzhafte Weise), aber trotzdem... ich steh nicht so auf zu engen Körperkontakt mit fremden Leuten und ich will gar nicht wissen, wer heute seine Hände überall hatte, wo sie vielleicht nicht hätten sein sollen... *hust*
Jedenfalls war das eine Erfahrung... die ich nicht unbedingt wiederholen muss. x)
Nächstes Mal bleib ich dann lieber freiwillig in der Stadt und fahre dann erst später heim.

Morgiana am 16.11.07 20:18

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