Archiv

Wo is'n unser Aufseher... äh... unsere Aufsicht?

Film ab:


Eine Meute Jugendlicher findet sich in der Aula ein, lärmend und lachend. Angeregt plappernd setzen sie sich auf Stühle, Tische und auf den Fußboden, denn Sitzgelegenheiten sind bald nicht mehr vorhanden.

Schnitt:

Eine junge Lehrerin betritt den Raum, lässt ihren Laserblick über die Schüler gleiten, verweilt auf einigen und durchwandert dann mit energischen Schritten die Reihen. Ein heftiges "Ruhe!" lässt die Mädchen und Jungen erschrocken zusammenzucken. Erwartungsvoll blicken sie auf, noch sind ihre Mienen heiter, niemand denkt an den Schrecken, der jenseits der Wand auf sie wartet. Wieder steigt der Geräuschpegel, Schüler rotten sich zusammen, doch die Aufseherin greift bald zu drastischen Maßnahmen. E i n z e l h a f t.

Schnitt:

Jede halbe Stunde verschwinden kleine Grüppchen Schüler im Gänsemarsch durch die Tür. Mit ängstlich aufgerissenen Augen in einem leichenblassen Gesicht, die Finger um die Griffe ihrer Taschen geklammert, zögernd, panisch. Ab und an kommt ein leises "Mach's gut" von einem der Hinterbliebenen, kaum hörbar und mit einer so mitleidigen Miene, als erwarte er nicht, die anderen jemals wiederzusehen. Ein strenger Blick der Haft... Lehrkraft verbittet jede Erwiderung und die Jugendlichen schleppen sich mit demütig gesenkten Köpfen aus der Tür.

Schnitt:

Wachablösung. Ein neuer Aufseher. Das ist der Trick. Sie müssen sich abwechslen, um hart zu bleiben, um neue sadistische Strafen zu erdenken. Sie spielen guter Lehrer, böser Lehrer. Eine von ihnen versucht mit uns zu reden, wiegt uns in Sicherheit, um dann dem Aufseher mit dem tödlichen Blick auf uns loszulassen. Sie wollen uns mürbe machen und es gelingt.

Schnitt:

Die Schülerschar in dem kleinen kalten Raum verringert sich langsam, aber stetig und unaufhaltsam. Die Stimmung wird jedes Mal, wenn sich die Tür öffnet, um weitere Jugendliche aus ihrer Mitte zu verschlucken, angespannter und intensiver. Bald... es steht ihnen förmlich auf der Stirn geschrieben.
Ein mulmiges Gefühl ergreift auch von mir Besitz, obwohl ich weiß... die Tür wird sich noch drei mal öffnen, bevor es soweit ist.

Bevor was so weit ist? Was ist das? Was geschieht? Nun, ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass die Uhr tickt und dass mein letztes Stündlein nahe ist, ich weiß nur...

Schnitt:

Nur noch fünf Personen befinden sich in dem kahlen Zimmer. Einsam und verlassen scharren sie mit den Füßen, schweigen sich an. Ein Blick zur Uhr, Blut rauscht in den Ohren. Der Aufseher ist verschwunden. Ist es eine Finte? Lauert er vielleicht vor der Tür, um eine Flucht unmöglich zu machen?
Ein vorsichtiges Flüstern von rechts, dröhnende Stille, in der alle angstvoll zur Tür blicken. Nichts rührt sich, wir drängen uns enger zusammen. "
Hört mal, das Thema ist..."
Ungläubige Blicke. Woher kommt diese Information? Wurde sie von den Wärtern beauftragt, um uns mit einer falschen Auskunft zu füttern?
Nein, es ist wahr. Ein neumodisches Gerät hat sie übermittelt, sie kommt von einer sicheren Quelle. Ein Überlebender.
Doch es bleibt keine Zeit mehr, es ist soweit. Zitternd stehen wir auf, verlassen schweigend das Zimmer. Eine neue Tür, noch schrecklicher als die Vorherige.

Schnitt:

Eine heimtückisch lächelnde Jungwärterin erwartet uns, lässt uns Karten mit Aufgaben ziehen, die zu bearbeiten sind. Wieder Einzelhaft. Ich höre Füllerminen über Papier kratzen, jeder der anderen ist emsig über sein Blatt gebeugt. Mein Kopf ist leer. Ich starre hilfesuchend meinen Aufgabenzettel an, er wirkt fremd und doch irgendwie vertraut. Nimm dich zusammen, sowas machst du nicht zum ersten Mal! ... und ich schreibe. Es ist Müll und ich weiß es, aber das macht keinen Unterschied mehr.

Schnitt:

Wieder öffnet sich die Tür, ein Wärter, der Ähnlichkeit mit da Vincis Jesus hat, lotst uns in einen neuen Raum. Welch bizarre Ironie.
Dies ist sie also, die Kammer der Schreckens. Dass sie dies auch tatsächlich ist, wird spätestens dann klar, wenn wir an der Reihe sind, zu sprechen. Ich mache mich klein, will übersehen werden, doch der Kelch geht auch an mir nicht vorbei. Mein Gehirn ist wie blankgewischt.
Erinner dich, erinner dich! Ich räuspere mich, starte einen kläglichen Versuch, mich aus der Affäre zu ziehen. Plötzlich reden alle durcheinander, ich öffne den Mund, versuche irgendwas zu sagen, doch erst durch ein lautes "But...!" kann ich mir Gehör verschaffen. Der Jesus starrt mich irritiert an, sein Blick verwandelt sich in den des Mephisto. Sag was! Irgendwas! Du kannst nicht But sagen, ohne was zu sagen zu haben! Und mein Gehirn schnellt an seinen Platz zurück.

 

Alles in allem... eine recht interessante Erfahrung... die ich nicht nochmal haben muss.
Und ich dachte, bei der mündlichen Französisch-Prüfung wäre ich nervös gewesen. Pfff...

 

 

Morgiana verlinken 5.7.07 19:20, kommentieren

Sommer, Sonne, Sonnenschein o.o

Bah, ich komm aus dem Urlaub zurück und werde von einer brüüütenden Hitze empfangen. Bei uns an der Nordsee waren's ungefähr... 20°, mit der Zeit gewöhnt man sich halt dran und findets warm. Und dann so ein Unterschied von... 13°? Wäääääh, mein Ventilator hat noch nicht einmal geholfen...

Giana lässt es sich im Moment in Berlin gut gehen und freut sich auf die Blue Man Group (*grml*), deswegen schreib nur ich ^_^ Vielleicht kauft sie sich ja ein Berlin-T-Shirt ... =D Und ich schreib das jetzt nur, weil ich sie damit zwingen kann, einen Berlin-Bericht in diesen Blog zu schreiben. Jaha *nick* Ich bin nicht fies, wie kommt ihr drauf? Nur besorgt...

Naja. Ich verkriech mich im Moment eher drinnen, is' mir zu heiß draußen. Obwohl es heute wieder geht... Wisst ihr was? Heute ist Dienstag, Gilmore Girls-Tag und die Heinis von Vox haben die GGs abgesetzt! Obwohl doch jetzt noch die sechste Staffel dran wäre... Naja, dann greif ich auf die DVDs zurück.

Iich schreibe jetzt ganz zufällig, dass ich am 30.07. Geburtstag habe =D Da gibts noch das Problem mit den Wünschen, ich brauch nämlich eine neue Gitarrentasche, bin lange genug mit der gelben rumgelaufen. Eigentlich wollt ich mir ja einen Koffer von meinen Eltern wünschen, aber die "schenken mir ja schon die Vertragsverlängerung". Von meinen einen Großeltern kann ichs mir auch nicht wünschen, weeil die mir schon die grässlich gelbe geschenkt haben und dann beleidigt wären. Tja o_o Und ich brauche ganz viel Geld. Ich sollte nicht auf Gitarrenseiten rumsurfen, das machts nur noch schlimmer...

Ich bin mir nicht sicher, ob meine Freundinnen alle wieder zurück sind ó.ò Mit Kalfi wollt ich doch nach Ballkleidern gucken... Und ich muss ihr das sagen, falls sie es noch nicht weiß: "Hallo zusammen, ich möchte alle Hauptdarsteller bitten, den Text so vorzubereiten, dass wir nach den Ferien ohne Textbuch mit den Proben beginnen können." (Herr B., Chorleiter und so) Juhuu, es gucken natürlich auch alle Hauptdarsteller in den Ferien in das Musikforum... Aber ich mach mir wieder zu viele Gedanken um anderer Leute Sorgen o.o

Praktikumsplatz könnt ich mir auch mal besorgen...


Edit: Ich bin fast erblondet o.O

Nochmal Edit: Ich hab 'ne Postkarte von Giana bekommen und ihiir nihiicht! *zwinker*

Sonna verlinken 17.7.07 12:20, kommentieren

Ick bin ein Berliner

Ja, da waren wir also. Berlin, Kreuzberg... und die Enttäuschung war groß.
Viele von uns, ich eingeschlossen, wären wohl am liebsten wieder nach Hause gefahren. Weg von diesen tristen, dreckigen Betonklötzen, besetzten Häusern und heruntergekommenen Hinterhöfen, die mit Graffiti-Beschmierung grade so strotzen. Und ich meine auch Beschmierung, weil man das nun wirklich nicht im Geringsten als Kunst bezeichnen kann.

Unsere Jugendherberge war mehr als unhygienisch, außerdem mit Ungeziefer verseucht und auch die Leute waren mehr als seltsam.
Schlafen konnte wir armen Landeier auch nicht wirklich, da unsere Nächte höchstens von Mondlicht und Grillenzirpen "gestört" werden, aber keineswegs von Rotlicht, gröhlenden Menschen und dröhnenden Autos.
Man stelle sich unsere geschockten Gesichter vor, als uns zum ersten Mal bewusst wurde, was das Wort "Ghetto" eigentlich bedeutet. Und ich will hier niemanden auf den Fuß treten oder sonstwie diskriminieren, aber tut mir leid... ich könnte niemals in einer Stadt wie Berlin leben.

Trotzdem hat auch Berlin wirklich ein paar sehr hübsche Fleckchen zu bieten und der Kurfürstendamm ist ein wahres Einkaufsparadies.

Am schönsten war allerdings die Blue Man Group, die ich wirklich jedem empfehlen kann, der irgendwann mal nach Berlin kommt. Die sind einfach... grandios! Uuuund ich hab nen Punkt bekommen! :D (Und bin da auch furchtbar stolz drauf^^)
Irgendwann kam da nämlich einer so die Treppe hoch und stand plötzlich direkt neben mir (ich war in der vierten Reihe ganz außen). Ich bin erst voll erschrocken und hab ihn angegafft, wie ein Eichhörnchen. Dann isser plötzlich auf meinen Sitz geklettert und hat da was-weiß-ich gemacht... getanzt?... Wie auch immer. Als er wieder runter is, hat er mir nen blauen Punkt auf die Wange gepatscht, den meine gesamte Klasse fotografiert hat. ^_^

Und auch sonst war die Fahrt eigentlich wirklich lustig, auch wenn ich Berlin wirklich... nicht sehr schön finde. Es ist einfach alles... zu groß. Außer das Brandenburger Tor. Das war irgendwie viel kleiner als in meiner Vorstellung.^^

 

So. Pflicht erfüllt, oder? *nach unten schiel*
Ich denke doch.

 

Blue Man Einführung:

Wir haben soeben erfahren, dass Adelheid Kopfschmerzen hat.
Lasst uns alles sagen, wie leid uns das tut.
Alle: Es tut uns leid, dass du Kopfschmerzen hast, Adelheid.
Lasst uns ihr helfen.
Alle: Wir wollen dir helfen, Adelheid. Schließe die Augen. Stell dir vor, deine Kopfschmerzen wären eine Kuh. Deine Kopfschmerzkuh steht auf einer Weide und grast.
Und jetzt: TÖTE DIE KUH!


Morgiana verlinken 22.7.07 13:26, kommentieren

Hunting the wolf(f)?

Bald ist endlich wieder Schule. (Deswegen vielleicht auch die Überschrift...?) Es kommt zwar selten vor, aber ich freue mich darauf... Endlich seh ich meine Klasse wieder auf einen Haufen, ich kann wieder zum Ballett, zum Gitarrenunterricht, dann wären da noch das Musical und die Ballettaufführung... [Giana, was hab ich noch alles gesagt? o.O] Sogar auf einzelne Lehrer freue ich mich. Und auf den Altgriechisch-Unterricht! ♥ Und jetzt erklärt mich ruhig für verrückt...

Sonna verlinken 24.7.07 14:57, kommentieren

Eine Szene aus einer Chorprobe

Mir ist gerade eine einigermaßen lustige/peinliche Szene eingefallen, die ich mal schnell aufschreibe, bevor sie wieder in den unergründlichen Tiefen meines überaus aktiven Gehirns verschwindet =D

Aalso: Wie ihr sicherlich schon mitgekriegt hab, bin ich im Schulchor. Normalerweise treten wir dort immer auf einem Sommer- und auf einem Weihnachtskonzert auf, verbunden mit einer Generalprobe ein paar Stunden vorher. Auf eben so einer Generalprobe war ich nun mit meinen Freundinnen, wir probten gerade das Finale, an dem immer sämtliche Chöre (Ober-, Mittel- und Unterstufenchor) beteiligt sind.

Nur genau da musste ich einmal dringend *räusper* menschlichen Bedürfnissen nachgehen =D Es war mir schon etwas peinlich, als ich aufzeigte um zu fragen, ob ich gehen darf [Nein, ich bin nicht einfach gegangen!] und hoffte, dass alles so schnell wie möglich vorübergehen würde, aber mein Chorleiter war anscheinend nicht so gewillt... Wie hätte er auch wissen können, dass Kleinsonna einmal dringend auf Toilette musste? So musste ich jedenfalls ungefähr 10 Minuten da stehen, während mein Arm langsam lahm wurde, und tapfer weitersingen. Jedesmal, wenn ich hoffte, mein Chorleiter würde endlich fragen was los sei, winkte er nur ab und sagte "Später." Und so stand und stand Kleinsonna und hoffte bei jeder kleinsten Unterbrechung ("Ihr müsst das t auf der Pause singen!" ), dass sie endlich drangenommen wurde... Und nach einer schier endlosen Zeit fragte Mister Chorleiter "Ja, was ist?"

Nun war der große Augenblick gekommen, alle lauschten gespannt, was nun Interessantes kommen würde (von einer... Quintanerin konnte man nicht allzu viel sinnvolles Zeugs erwarten) und ich hätte mich am liebsten verkrümelt, fragte aber tapfer "Darf ich mal aufs Klo?", worauf ca. 150 (?) Leute leise in sich hineinkicherten und ich selbst unserem Bushido... eeehm... Chorleiter ein Grinsen entlockte und er gnädigerweise nickte. Den Weg durch die paar Reihen Chorleute vor mir und das Orchester sowie den laaaangen Gang der Kirche lang wünschte ich, im Boden zu versinken und fing sofort zu rennen an, als ich aus der Kirche raus war. Unterwegs begegnete mir noch mein Deutschlehrer und fragte "Wohin denn so schnell?", was ich gewissenhaft ignorierte und so schnell wie möglich die Toilette aufsuchte Den Rückweg trödelte ich...

Nuja. Es war immerhin nicht so peinlich wie die Szene, als der Pater "Soja" anstatt von "Sonja" vorlas

1 Kommentar Sonna verlinken 30.7.07 14:03, kommentieren

Die spinnt ja

Manchmal kommt es vor, dass ich mitten in der Nacht um halb vier aufwache, weil ein kleiner Fetzen meines Traumes urplötzlich ein großes Mitteilungsbedürfnis hat und mit meinen Gedanken reden will.

Meistens sind die aber zu müde und versuchen verzweifelt, den Fetzen abzuschütteln und ihn in die Schranken eines traumumwobenen Schlafs zu weisen.

So auch heute. Irgendwas an meinem Traum hat meine Erinnerungen zum Vorschein gebracht, die ebenfalls wie wild an meinen Gedanken und mich aus dem Schlaf gerissen haben. Vielleicht war das Stück Kreide oder die Bäume, das Kinderlachen, oder der Sonnenschein, der mich plötzlich um Jahre zurückversetzte. Da waren zwei kleine Kinder, ein Mädchen und ein Junge, sagen wir... fünf und sechs Jahre alt... händchenhaltend, allein im Wald wie Hänsel und Gretel.
Der ältere Bruder hält ein Stück weißer Kreide in der Hand, sein Vater hat es ihm gegeben, damit er die Bäume kennzeichnet um wieder zurückzufinden. Da stehen sie also, um sie herum nichts als Bäume mit sauberen weißen Kreuzchen. Sie haben gar nicht bemerkt, dass sie kreuz und quer durch den Wald gelaufen und dabei lustig von der Kreide Gebrauch gemacht hatten. Da standen sie also, allein und offensichtlich verlaufen, das Mädchen ist längst zu einem heulenden Bündel mutiert, dass der Bruder erfolglos zu beruhigen sucht. Bis plötzlich auf wundersame Art der Vater zwischen den Bäumen erscheint. Happy End.

Seltsam irgendwie, was für unwichtige Sachen einem auf einmal in den Sinn kommt, wenn man mitten in der Nacht um halb vier aufwacht und ein Traumfetzen mit seinen Gedanken reden will.

Vielleicht wollte ich mich auch nur ablenken, von der Gestalt, die über meiner Tür hockte wie ein dunkler Schatten. Eine riesige Spinne mit acht Beinen und sehr gemein aussehenden Giftzähnen. Da nützte es nichts zu wissen, dass Spinnen eigentlich keine Zähne haben, denn das ändert nichts an der Tatsache, dass da eine riesige Spinne in meinem Zimmer hockte. Mit acht haarigen Beinen. Acht sind auch schon völlig genug, denn mehr Beine brauchen Spinnen nun wirklich nicht.


P.S.: Das Buch hieß "The Wolf Hunt" und ich verbitte mir solche Beleidigungen. x)

Morgiana verlinken 30.7.07 20:18, kommentieren

Wartezimmergespräche

Ich war heute bei meiner Hausärztin, zum Impfen. Da ich aus Erfahrung weiß, dass man bei ihr schonmal etwas länger warten muss, habe ich (weise wie ich bin ) meinen Harry Potter mitgenommen und währenddessen drin gelesen. Zwischendurch hat meine Oma auf meinem Handy angerufen (Zum Glück wars auf lautlos...) und ich bin rausgegangen, damit ich niemand anderen störe. Irgendwann war das Gespräch halt zu Ende und ich bin wieder rein, um mich dem Buch zu widmen. Aus dem Augenwinkel habe ich dann eine Frau gesehen, die irgendwie so den Eindruck einer verrückten Urlauberin machte. Kopftuch (So'n... Piratentuch halt), Schlabbert-shirt, kurze Hose, Schlappen. Ich hab mir ein Grinsen verdrückt und weitergelesen, also nicht darauf geachtet, was die Frau zur Arzthelferin gesagt hat... Meine Mutter meinte später, sie hätte auf die Frage "Um was geht es denn?" mit "Ich werde auf der Arbeit gemobbt" geantwortet. =D Toll, was kann eine Hausärztin da ausrichten? Da würde vielleicht eher ein Gespräch mit dem Chef, den Kollegen oder eventuell einem Psychologen helfen... Nun gut.

Besagte Frau setzte sich dann kaugummikauend auf einen freien Platz, bis ihr ein lauter Schmatzer entfuhr und sie laut sagte "Entschuldigung, ich habe mich verkaut." o.O

Kurze Zeit später versuchte sie dann den Start eines Gespräches, indem sie sich über die nicht vorhandene Diskretion in der Praxis beschwerte. Nun gut, vielleicht ein Mangel, aber durch eben diese konnten das auch die Arzthelferinnen mitkriegen... Peinlicherweise hat meine Mutter sich dann auch noch eingeschaltet und meinte irgendwas davon, dass ihr das auch schon aufgefallen wäre... Urgs. Die Frau war echt merkwürdig. (Die Verkauende, nicht meine Mutter)

Aber dieses Erlebnis hat mir wieder gezeigt, dass es eben auch an den Gemobbten liegt, wenn sie gemobbt werden. Meine Mutter und ich haben beide gedacht "Kein Wunder, dass die gemobbt wird" und da fühlte ich mich an eine Politikstunde zurückerinnert, in der mein Lehrer sich partout weigerte, zu sagen, dass man nicht ohne Grund mobbt.

Ich meine, ich halte nichts von Mobben. Ich halte mich von so etwas grundsätzlich fern oder versuche, dem Gemobbten zu helfen. Aber wenn ich dann angeschnauzt werde, weil ich sage "Hey, willst du mit zu uns kommen?", dann ist es für mich schon offensichtlich, dass diese Person ein wenig merkwürdig ist. Ich habe ja nichts dagegen, dass sie nicht mitkommen will, aber dann kann man auch sagen "Nein danke, ich bleibe lieber alleine" und nicht "Bin ich ein Anschauungsobjekt??"

So bin ich also zu dem Schluss gekommen, dass Mobben eine Art des Umgehens mit einer andersartigen Person ist. Kein intelligentes Umgehen, vielmehr der verzweifelte Versuch, die Person in eine Schublade zu stopfen ( "Mobbingopfer" ), weil sie nirgendwo anders reinpasst. Und dementsprechend muss die Person auch gemobbt werden, denn ansonsten würde sie ja nicht in die Schublade passen.

Es ist nämlich nun einmal so, dass irgendwie ein Bild von einem Durchschnittsmenschen existiert. Eine Form, in die man andere vielleicht reinpressen will, was aber nicht geht. Und da weiß manch einer sich nicht anders zu helfen, denjenigen zu mobben, bis er freiwillig sagt "Ja, ich werde wie alle anderen." Denn auf Dauer kann man so ein Mobben nicht aushalten.

Wenn aber dann beide Seiten aufeinander zukommen, die Mobber vielleicht ihr Bild eins Durchschnittsmenschen aufgeben (es zumindest versuchen) und das Opfer sich diesem Bild ein wenig annähert, vielleicht nicht mehr so abweisend ist oder komische Angewohnheiten auf zuhause verschiebt, dann gibt es eine Chance, dass das Mobben aufhört.

Meinen Eintrag beende ich jetzt mit der Weisheit, dass ich aufpassen sollte, was ich auf meine Eier tue. Kein Ketchup mehr, nein.

2 Kommentare Sonna verlinken 31.7.07 20:18, kommentieren